Kleingärtner tun was für`s Klima und die Naturvielfalt

Wir als sozial ökologisch engagierter Kleingärtnerverein, möchten unseren Beitrag zum Erhalt und Verbesserung des Klimas und der biologischen Vielfalt im Ruhrgebiet leisten. Hierzu planen wir zusätzlich zu unseren sozialen Projekten einen Garten zur Naturvielfalt einzurichten, in dem verdeutlicht werden soll, wie wichtig es ist mit kleinen Schritten etwas Großes zu erreichen. Dieses Projekt wird jedermann zugänglich sein und in seiner Wirkung helfen, unsere Gesellschaft mitzureißen und zu ermuntern, über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Der Klimawandel ist bereits da, darüber gibt es keine Diskussion und wir merken es bereits alle.


Umso wichtiger ist es, sich der Bedeutung der Kleingärten für eine Stadt im Klimawandel bewusst zu machen: Kleingärten verbessern des innerstädtischen Klima durch Verdunstungskühle. Sie liegen in Kaltluftschneisen, die kühlere Luft in die immer heißer werdenden Innenstädte bringen. Gartenböden speichern Niederschlagswasser und dienen zusammen mit den Bäumen als CO²-Speicher. Die lokale Produktion von Obst und Gemüse leistet einen Beitrag zum Klimaschutz durch den Wegfall von Transportwegen. Dies alles und noch viel mehr leisten die Kleingärten als Beitrag zu einer lebenswerten Stadt.
Der Klimawandel wirkt sich aber auch auf unsere Gärten aus. In Zukunft werden sich bestimmte Wetterereignisse und deren Folgen häufen:


-Starkregenereignisse mit der Gefahr von Überschwemmung
-Erosion und Auswaschung von Nährstoffen ins Grundwasser.
-Trockenperioden und Hitzewellen mit extrem niedrigen Bodenfeuchtesituationen
-zunehmender Schädlingsdruck durch milde Winter und geschwächte Pflanzen

Einige diese Veränderungen bergen auch Chancen:

-Längere Vegetationsperioden, höhere Temperaturen und veränderte Kohlenstoffdioxidgehalte in der Atmosphäre können wir mit klimaangepassten Gärten produktiv nutzbar machen.


Wie sieht ein klimaangepasster Garten aus, der nicht nur die Produktivität erhöht sondern auch die Auswirkungen des Klimawandels für die Allgemeinheit abmildert? Im Folgenden sind einige Maßnahmen, die jeder ergreifen kann und sollte, aufgelistet:


- Mulchen offener Flächen (z.B. mit Heu, Stroh, Grasschnitt),
- ganzjährige (!) Bodenabdeckung aller Flächen durch Pflanzen, Mulch oder Gründüngung nach der Ernte
-effiziente Bewässerung (frühmorgens, Tröpfchen Bewässerung direkt an die Pflanze)
-Nutzung von Regenwasser
-naturnahe Bewirtschaftung z.B. durch den Einsatz und Förderung von Nützlingen
-Verwendung hitzeverträglicher, standortgerechter und toleranter/resistenter Arten und Sorten
-Feuchtbiotope und Gartenteiche zur Schaffung von Verdunstungskühle
-Versiegelung so gering wie möglich halten (max. 6% ohne Laube) und Verwendung
-wasserdurchlässiger Beläge für Terrassen
-Verzicht auf torfhaltige Blumenerde und Pflanzsubstrate, da im Torf sehr viel CO² langfristig
gebunden ist und durch die gärtnerische Nutzung in Erden freigesetzt wird.


Wir verdeutlichen unseren Nachbarn im Stadtteil, unseren Kindern im Schulgarten, unseren hilfebedürftigen und natürlich allen Interessierten, wie wichtig eine nachhaltige ökologische Bewirtschaftung von Flächen gerade im Stadtgebiet ist. Auch soll hier gezeigt werden und jeder soll es hautnah mitbekommen, dass eine Versiegelung der letzten Flächen in der Stadt, durch Bebauung mit Gebäuden oder Industrie oder Bürokomplexen, keine Alternative darstellt. Die so geschaffenen ökologischen Frischluftschneisen, Versickerungsflächen und grüne Lunge der Stadt, sind hier nicht ersetzbar. Der Unterschied zu Städten mit vergleichsmäßig weniger Grünflächen, in Bezug auf die Temperaturen im Sommer, den Abfluss von Wassermengen bei Starkregen, ist heute schon nachweisbar. Wir als Vorreiter im Ruhrgebiet möchten zeigen, was Chancen und Lösungen sein können, als Folge des Bergbaues als Projekte, die wiederum erfolgreich in die Welt getragen werden und als Verbesserung dienen.


Uns ist es wichtig unsere Kinder, Jugendlichen und benachteiligten Menschen mit zu nehmen und eine Chance aufzuzeigen, an der jeder wirklich mitwirken kann.
Nordrhein Westfahlen ist das einzige Bundesland, dass das Kleingartenwesen in seiner Verfassung verankert hat. Allein das zeigt die Bedeutung, obwohl die Kleingärtner nicht unbedingt, zu den Privilegierten unserer Gesellschaft zählen.


Dr. Thomas Ainis – von der HU Berlin ließ diese wahren Worte verlauten:


„Umfragen zeigen, dass sich die übergroße Mehrheit der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner dem Umwelt- und Naturschutzgedanken verpflichtet fühlt. Vor allem bei den vielen Jung-Kleingärtnern wird dies ganz groß geschrieben, und sie bauen Obst und Gemüse biologisch an, mit Fruchtfolgen und Einbringen von Komposterde. Viele verzichten auf Kunstdünger und lehnen chemische Pflanzenschutzmittel ab.
Aus meiner Sicht ist der Erhalt beziehungsweise die Nicht-Versiegelung von guten Böden auch eine Art der Daseinsvorsorge. Die Produktion ist es ohnehin: Hier steht die Selbstversorgung im Mittelpunkt, so ist der Anbau von Obst und Gemüse im eigenen Garten doch ein beliebtes Hobby mit dem Nebeneffekt, die Familie mit wertvollen Nahrungsmitteln zu versorgen, die man in dieser Frische und Qualität nicht im Laden kaufen kann. Das erhöht den Wert der Stadt. Andere „Dienstleistungen“ des Ökosystems Kleingarten für die Stadt erschließen sich nicht auf den ersten Blick. Zum Beispiel die Rolle fürs Stadtklima im übertragenen Sinne. Gärten waren schon immer und sind noch Orte der Erholung und des sozialen Miteinanders. Immer mehr Bürger mit Migrationshintergrund bewirtschaften Parzellen und finden hier eine Heimstatt. „Integration“ findet also ganz praktisch statt. Zukünftig werden die Kleingärten noch bedeutender, gerade für das Stadtklima. Der Klimawandel ist schon da, und es ist mit zunehmend trockeneren Sommern, milderen Wintern, längeren Trockenperioden, mehr Starkregen und Stürmen zu rechnen.“